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Die
in ihrem Beginn unter dem Einfluss der klerikalen Bildung stehende Heilkunde
kannte bis zum 11. Jahrhundert Priester und Laienärzte, die zugleich Kranke
behandelten und Arzneizubereiter in einer Person waren. Die
Entwicklung und Erforschung von Heilkräutern erfolgte vorwiegend in den
Klöstern.
Großen Einfluss hatte dann im 10. -12. Jahrhundert die medizinische Schule
in Salerno. Dort wurden auch Schriften der arabischen Medizin und Pharmazie
übersetzt und hatten noch bis ins 18. Jahrhundert Bedeutung in Europa. Mit
dem „Edikt von Melfi“ 1231 wurden durch den Staufenkaiser Friedrich II. die
Rechtsgrundlagen für die Trennung der Aufgaben von Arzt und Apotheker
geschaffen. Im Laufe des 13. Jahrhunderts gab es in Deutschland wohl kaum
eine größere Stadt, in der nicht wenigstens ein Apotheker ansässig war. Der
Apotheker war damals in erster Linie Kaufmann. Mit dem Aufblühen des
Handels im 15 Jahrhundert, an dem die Apotheker großen Anteil hatten, kamen
sie auch in kleinere Städte und betrieben ihre Geschäfte, meist in
Kellergewölben oder so genannten Kräutergewölben. Auch in Eilenburg gab es
offensichtlich Tätigkeiten dieser Art. Nachweislich wurde jedoch der 1.
Apotheker erst 1581 erwähnt.
Es war Hans Rolle,
der einem alten Eilenburger Patriziergeschlecht entstammte. Er soll sein
Kräutergewölbe in der einstigen Judengasse, der heutigen Rollenstraße,
betrieben haben. In den weiteren Jahren muss wohl immer ein Apotheker tätig
gewesen sein, obwohl die Datenlage teilweise widersprüchlich und
unvollständig ist.
Foto um 1896
1646-50 soll angeblich der Betrieb einer Apotheke eingestellt gewesen sein.
Um das Jahr 1700 wurde die Apotheke laut Grundbuch in die „Leipziger Str.
20“ (später Leipziger Str. 6) verlegt und man benannte sie „Zum goldenen
Löwen“.
Dort wurde die Apotheke nach vielen Umbauten bis zum April 1945 betrieben.
Hier wurde sie durch den Beschuss der Alliierten ein Opfer der Flammen. Nur
wenige Dinge, wie z.B. ein alter Tresor und der goldene Löwe überstanden
diese Tage stark beschädigt. Den Löwen gibt es immer noch. Mehrfach
restauriert liegt er noch immer im Schaufenster und schaut auf die
Passanten. |
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Nach dem Krieg gab es mehrere Ausweichstandorte der Apotheke, im zerstörten
Rathaus, im Bürgermeisterhaus, in der Leipziger Str. 53 und seit 1961 im
Neubau in der Rinckartstr. 1.

Am
1.10.1949 wurde die Apotheke verstaatlicht und die Verwaltung übernahm
Apotheker Alois Sager. Nach genau 41 Jahren gab es wieder eine
Inhaber geführte private Apotheke mit Apotheker Wolfgang
Kastens.
Das
Hochwasser im Jahr 2002 war, wie für viele Eilenburger, auch für die
Apotheke eine komplizierte Zeit. Die gesamte Einrichtung musste erneuert
werden und viele Dinge überstanden das Hochwasser nicht, wie z.B. der alte
Tresor.
Obwohl 430 Jahre
alt, ist die Löwen-Apotheke heute nach mehreren Umbauten und Renovierungen
eine modern eingerichtete und mit moderner Technik ausgestattete Apotheke,
die sich auch den derzeitigen Veränderungen im Gesundheitswesen stellt.
 
Zum Stadtfest, zur 1050 - Jahrfeier im
Juni 2011 feierten wir mit. Die Schaufenster waren mit alten
Apothekengerätschaften und alten Medikamenten dekoriert. Der historische
Apothekenstand war gut besucht.
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